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Delmenhorst Tag 2 & 3

Jeweils das Standardprogramm, Fährten für Benny und doppeltes Schutztraining für Spike, dazu Unterordnung.

Benny entwickelt sich zu einer „never-ending-story“. Beim Schutzdienst -darf man das bei einem so kleinen und lieben Hund überhaupt so nennen?- verweigert er stur wie ein Maulesel das Beißwürstchen. Vom Widerstand des Kleinen angespornt, bemüht sich Ingo mehr, als er müsste.
Freitag: an denEnden eines Strickes befinden Bennys Quietschmonster und die Beißwurst. Abwechselnd werden ihm diese als Beute angeboten. Benny unterscheidet genau, wann es sich lohnt, einen Angriff auf die Beute zu starten. Stolz trägt er sein quietschendes Untier vom Platz! 
Sonnabend: Das Quietschtier wird (mit Zustimmung) zerstört und ans Ende der Beißwurst montiert. Dieser geniale Einfall von Ingo lässt Benny auf beide (kombinierten) Teile abfahren. Im sicheren Gefühl des Sieges überlässt Ingo nach einiger Zeit Benny das Quietsch-Wurst-Konstrukt. Zur  allgemeinen Heiterkeit, fällt die Beißwurst ab und Benny trägt erneut -stolz wie ein Schnauzer sein kann- sein Quietschmonster erhobenen Hauptes vom Platz. Szenenapplaus klingt von den Zuschauerplätzen auf, die eindeutig dem Zwerg mit dem großen Selbstvertrauen gelten. Ingo nimmt es sportlich und kann herzhaft über unseren kleinen Hundemann lachen.

Spike hingegen hat ein schwereres Los mit Andreas gezogen. Dieser wechselt das leicht zu greifende Kissen des Vortages gegen ein für den Hund schwerer zu haltendes. Und jetzt hat Spike richtig Probleme! Der Anbiss sieht für mich Laien super aus, ist aber viel zu leicht. Schwupps, und schon hatte mein großer Schutzhund die Beute mal. Als Detlef Döring auch noch fordert, dem Hund wird nichts geschenkt, ist Spike chancenlos. Andreas ist so schnell und schon wieder ist der Anbiss nicht sauber- ich könnte heulen! Als Spike auf den Rücken fällt, reagiert Andreas gekonnt und lässt ihn -scheinbar erarbeitet- sofort seine Beute greifen! Ab jetzt scheint der Griff besser zu sitzen -oder spielt Andreas mit Spikes Stolz? 
In der „Nachbesprechung“ legt er fest, dass Spike am Sonntag noch einmal das „leichte“ Kissen bekommt, um mit einem Erfolg und Hochgefühl nach Hause zu fahren.
Wie wertet man einen Helfer –ausdrücklich hier ALLEN HELFERN ein Kompliment und meinen Respekt-, der sich bei diesem Pensum an Hunden und physischer Belastung die Zeit nimmt, auf die einzelne, kleine Hundeseele einzugehen? Das war ganz große Hundeausbildung!

Auch in der Unterordnung mit Heike und Willi machen wir Fortschritte. Videoauswertung und individuelles Training fördern die Teambildung immer mehr. Das, was Ingo in Dresden auf seine wundervolle Art angestoßen und geweckt hat, wird hier weiter gefördert. Danke an ALLE!

Ankunft in Delmenhorst – Tag 0,5

Um es kurz zu machen, wir könnten mit unserer Wohnmobilnummer jederzeit im Zirkus Sarrasani (für Dresdner der Inbegriff eines höchstklassigen Zirkusses) auftreten. Die Fahrt -ca. 500 km- verlief problemlos und unser „Großer“ begriff sehr schnell, dass er nach einem kurzen Sprung auf Herrchens Bett wahnsinnig viel Platz hat. Danke für die Sandkörner und Grasbatzen in meinem Bett!

Unsere Ankunft gegen 19:00 Uhr war leicht chaotisch, suchten wir doch den besten Platz für Hund und Mensch. Nach einem kurzen Rangierchaos, beginnend beim -wie sich nachher herausstellen sollte- „richtigén“ Stellplatz, über den optimalen Platz –leider für Ausbilder reserviert– ging es über die Station freundliche Audiparkerin umrangieren (ohne Strom, da unser Kabel zu kurz war) zum Endstellplatz mit Nachmittagsschatten. Somit waren wir schon bekannt, noch bevor wir uns bekannt gemacht hatten. Danke Frauchen für den erstklassigen Einstand!

Fertig, wie wir waren, nahmen wir die Herausforderung „Schutzdienst“ an. Was sollte schon passieren, beide Hunde hatten sich die siebenstündige Fahrzeit teilweise im Land der Träume aufgehalten. So ausgeruht muss Schutzdienst eine willkommene Abwechslung sein!

Ein freundlicher  – und wie sich später herausstellen sollte sehr engagierter und kompetenter – Helfer namens Andreas nahm sich unserer an. Auf dem Platz bemerkte Spike für sich:“Ach ist der Rasen schön grün! Ach ist der Rasen … Lass den Mann doch mit dem Kissen wedeln, ich hatte ein viel schöneres, mit Blümchen drauf und sooo weich!“
Alle Versuche des sehr erfahrenen Mainzers scheiterten an der Ignoranz eines desinteressierten Riesenschnauzers und eines „in den Seilen hängenden“ Hundeführers.  Getreu des Mottos: „Schön aber doof“ standen wir wie die begossenen P… (ich will keine leistungsbereitere Rasse beleidigen) auf dem Platz.

Unser Einstand am ersten Abend war das klassische Debakel.

Trainingswoche – zweiter Teil

Morgen, Mittwoch 18.08., geht es zur Neuauflage der Trainingswoche mit Ingo Blome und Detleff Döring. Da uns die Maiwoche so unwahrscheinlich viel brachte, sehen wir voller Erwartung den Trainingseinheiten entgegen.“Alte“, neugewonnene Hundefreunde wiedersehen, eingeschliffene Fehler entdecken, neue Anregungen erhalten – wir sind voller Vorfreude.

Um unter den anderen Hunde nicht sonderlich aufzufallen, haben wir Benny gestern noch einmal zum Hundefriseur unseres Vertrauens gebracht. Kathrin Gläser hat ein Superhändchen für unseren Zwerg. Nach der Behandlung weiß man auch wieder, warum die Rasse ZwergSCHNAUZER heißt. Benny ist -bis auf den Brustfleck- eine 1:1-Bonsai-Ausgabe unseres Riesenschnauzers.

Unsere Hunde müssen mit uns in einem kleinen Wohnmobil auskommen. Wie soll das gehen? Schon wenn Frauchen und Herrchen darin zusammen sind, wir es eng (ja, ja, Ich höre schon den Spruch: „Ein Mann ohne Bauch …“). Benny, der Zwerg, vertut sich. Spike hingegen ist ein echter Platzbeansprucher. Und Riesenschnauzerhalter wissen, hier gilt der Spruch: Wo mein Körper ist, kann kein anderer Körper sein. Wenn wir das durchstehen, kann unser Rudel mit der Nummer im Zirkus auftreten.

Fährtentraining mit Motte

Wieder einmal ließ Frauchen uns beiden großen Jungen allein. Sie schnappte sich Benny, um mit Katrin und deren Superheftig-Fährtenhund Motte zu fährten.

Leider habe ich -wirklich aus Rücksicht auf die beiden „Kleinen“ – auf diese Lerneinheit verzichtet. Claudia kam schwärmend über die vielen neuen Eindrücke und die angenehme Art von Katrin zurück.

„Benny hat das gemacht, Motte hat so gesucht, Katrin hat das gesagt, ich habe jenes gedacht,…“ – Luft holen Mädel! So begeistert habe ich Frauchen in letzter Zeit nur selten gesehen! Aber denkt einer auch nur, sie hätte gefragt, was wir beiden Großen unternommen haben?

Dabei habe ich extra für Spike eine große Bockwurst (immerhin 2,50 €) im Großen Garten springen lassen. Ausgelassenes Spiel und abwechselnde Elemente der Unterordnung haben uns immerhin fast zwei Stunden lang in Beschlag genommen.

Dieses getrennt durch die Botanik latschen hat echt den Nachteil, dass man zwar seinen Hund bestens an sich bindet, aber es leidet ä bisl das Eheleben!