I Phone erstklassig verwiesen

Wieder einmal hat Frauchen eine geniale Idee. Wenn sie es schaffen sollte, ihre Arbeit rechtzeitig zu beenden (jawohl, Frauchen geht auch schon mal sonntags in aller Hergottsfrühe in ihre Firma), dann könnten wir doch schnell noch eine Fährte für die Schnauzer legen.

Gesagt, getan. Wir „ganzen Kerle“ bewachten das Haus, kümmerten uns um Augenpflege und inneres Gleichgewicht (ausschlafen ist auch für Schnauzer herrlich), während Frauchen ihren Steuerkrimskrams erledigt. Manchmal ist das Leben eben doch gerecht!

Aber schon gegen 10:00 Uhr war die Ruhe dahin. Frauchens Ordnungssinn ist manchmal anstrengend – für uns!

Im Fährtengelände angekommen wurden zwei Fremdfährten für die Super-Spür-Schnauzer gelegt. Unser Sohn und seine Freundin waren so nett, als völlig unbedarfte Fährtenleger zu fungieren. Sie machten mit Sicherheit alle Fehler, die man dabei machen kann und trotzdem war es genau das, was wir brauchten: Eine einfache Duftspur, die nicht hundgerecht gelegt wurde. Dafür noch einmal Danke an die beiden Nachwuchsfährtenleger.

Spike  suchte auf der Spur des Sohnemannes, dass es eine Freude war, hinter dem Riesen in 10m Entfernung herzulaufen. Trotz (gewünschter) Kreuzung der eigenen Spur hatte der Riese auf dem Acker keinerlei Probleme. Herrchen in heaven – Spike glücklich!

 

Bennys Fährte lag auf einer Wiese. Sandra wollte er nicht wirklich suchen. Nach ca. 30 Schritten gab der Zwerg entnervt auf. Hinken, schnüffeln und Frauchen mit einem erstklassigen Bei-Fuß-Sitz beeindruckend, zeigte der kleine Schnauzer deutlich: Ihr könnt mich mal!

 

Frauchen war kurz davor, ihrem über alles geliebten Zwergschnauzer, die Freundschaft und damit die Verpflegung zu entziehen. Benny stand kurz vor dem Debakel seines Lebens!

 

Ritter „Björn der Aufrechte“ wusste, was „alte Schule“ bedeutet. Kurz entschlossen legte das liebe, gute, fleißige, selbstlose  und herzensgute Herrchen auf dem Feld eine zweite Fährte für Benny. Viele Winkel, mäßig Futter, kaum Gegenstände und ca. 1500 Schritte.

Während der Liegezeit musste Spike die Benny-Gegenstände auflesen. Die Fährte war wirklich saumäßig gelegt (das ist keine Kritik, das wollten wir so, um zu sehen, wie weit die Jungs sind – sonst hätten wir Profis gebeten und keine Erstfährtenleger mit einer 2-Minuten-Einweisung). Spike kreiselte mehrfach, kämpfte sich aber auch in seiner 2. Fährte wunderbar ans Ziel.

Bennys zweiter Anlauf wurde getrübt von Herrchens Unruhe – hatte ich mein Handy mit oder lag es zu Hause? War da vorhin beim Fährtenlegen nicht so ein komisches Gefühl, als ob sich irgend etwas vom Gürtel gelöst hat? Bilde ich mir das nur ein? Wo ist mein Handy?

Frauchen, mit unglaublicher Ruhe, ging erneut hinter ihrem Zwergschnauzer in die Fährte. Hatte sie aufgegeben? Ahnte sie, was gleich geschehen sollte?

Benny musste nur aufpassen, dass er mit der kleinen Schnauze keine Furche in den Acker zieht. Bis auf einen Winkel suchte er quasi auf Schienen. Frauchen musste ihm bei dem einen oder anderen Gegenstand zwar sagen, dass er sich hinzulegen hat, aber wer legt sich schon gern bei gefühlten Minus 10 Grad auf den feuchtkalten Boden? Leider hatte Herrchen kein Handy dabei, sonst wäre Bennys „Knie-Liege-Verweisen“ das Foto des Jahres! Kurz vor dem Ende einer wirklich sehr gut gelaufenen  Fährte, legt sich der kleine Kerl auf einmal hin. Hallo, hier war nun wirklich kein Gegenstand mehr! Der Jackpot kommt in ungefähr 20 Schritten!

Der kleine Mantrailer hat doch tatsächlich Herrchens verlorenes Handy verwiesen! Frauchens triumphaler Blick, als sie das IPhome wie jeden gewöhnlichen Gegenstand empor hält, war allein schon den ganzen Sonntagsstress wert!

Total unterkühlt, aber unendlich glücklich, ließen wir den Sonntag geruhsam ausklingen. Spike mit seinen zwei Fährten war erst am Abend wieder ansprechbar. Benny, der „Ich finde Dein Handy Hund“ war Herrchens ganzer Liebling. Frauchen konnte sich mit der im zweiten Anlauf gezeigten Leistung völlig entspannt zurück lehnen. Ihr Hund hatte Herrchens -selbstverlorenes- Handy gefunden! Benny hier, Benny dort  … Wasser auf Frauchens geschundene Mühlen!

Wenn es Keiner weitersagt: „Auch wenn Du Frauchen an der Nase herum führst: Danke KLEINER! Ohne Dich wäre ich wirklich aufgeschmissen gewesen!“ Spike hat 2x spitzenmäßig gesucht – aber Du – kleiner Mann- hast mir einen Haufen Ärger erspart!

100 Punkte für den Zwegschnauzer und ein riesen Dankeschön an Frauchen- seine Hundeführerin-, die dem besten Suchhund der Welt beibrachte, wie man Herrchens Telefon auf einem unendlich großen Acker wieder findet!