ja mir san mit’m radl da
Vorgeschichte:
Ende April waren wir als komplettes Rudel in Priesitz (ja, bei den „Satans Meute“ Freunden, denen wir permanent auf die Nerven gehen), um mit Spike das Radfahren zu üben.
Bitte, liebe Leser, lächeln Sie gnädig.
Für Herrchen hieß Radfahren: Drauf auf das Ding, Hund zieht mit ca. Tempo 40 an den langsam fahrenden Autos vorbei und hoffen, dass wir an der Ampel rechtzeitig zum Stehen kommen. Rücktritt und Helm sind was für Warmduscher – Spike hört auf seinen Chef!
Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte Uwe erst mir und damit auch Spike den Unterschied zwischen Sturzfahrt und entspanntem, gemeinsamen Radeln klar gemacht. Ich betone vorbeugend ausdrücklich, dass Uwe ohne Zwang oder Druck gearbeitet hat -noch nicht mal ein Stachelhalsband oder Klapps war dabei! Er beharrte nur mit einer „Arschruhe“ und stoischem Gleichmut auf der Umsetzung seiner Vorstellung! Das war das ganze Geheimnis!
Ein Unfall (nicht mit dem Fahrrad) brachte mich noch am gleichen Wochenende in die Notaufnahme und eine erstklassige Ausrede, um nicht bei Wind und Wetter den Fahrradfahr-Wünschen von Frauchen gefällig sein zu müssen.
Aber auch die schönste Zeit geht einmal vorbei …
Heute: Einen vorzeitigen Dienstschluss hinter mir und eine Geburtstagsfeier, von deren ersten Teil ich mich schon aus dienstlichen Gründen entschuldigte, vor mir, entschloss ich mich zum Radeln.
Erst eine Gassirunde mit Benny und Spike. Benny wird anschließend unter eifrigstem Protest seinerseits im Hause eingeschlossen.
Das Rad schiebend, Spike an der kurzen Leine, gehe ich zur angestammten Startposition. Spike scharrt mit den Hufen. Ein freudiges Winseln läßt mich ahnen, dass wird noch einmal eine Lehrstunde für den Riesen, nur diesmal ohne Uwe! Wie war das: Erwünschtes Verhalten – unerwünschtes Verhalten … irgend so etwas hatten die Satans Meute Profis mir immer wieder ins Ohr gepflanzt.
Rauf aufs Rad – Spike bellt wie wild! Absteigen, Hund aus der Situation heraus nehmen, neu ansetzen wenn er bereit ist. Dem ersten Anlauf folgte ein zweiter, dritter … und plötzlich hält der Riese inne, setzt sich ohne Kommando hin und guckt mich an nach dem Motto: Geht klar, wenn Du keinen Spaß haben willst, ich kann auch gemütlich!
Versuch „römisch Vier“ wird ein voller Erfolg. Als wären wir seit Ende April täglich gefahren, zuckelt der Große im Trab neben mir her. Kein Leinenziehen, kein Versuch sich in die Büsche zu schlagen! Einfach nur ein entspanntes Miteinander.
Wie lange können Hunde einmal Gelerntes wieder abrufen? Das ist für mich zugleich erstaunlich und beunruhigend. Immerhin haben wir wahrscheinlich beiden Schnauzern viel mehr Unarten beigebracht, als wir eigentlich wollten.
Jetzt gilt es nur noch ein Problem zu klären: Wie mache ich Frauchen klar, dass wir jetzt nicht täglich aufs Rad wollen?





